Lieber Johann Sebastian...

DAS BESTE MUSICAL ÜBERHAUPT!!!!
Ich liiiiiiiieeeeeebe es!!!!!


DENK AN MICH

Christine:
Denk an mich, denk an mich zärtlich,
wie an einen Traum!
Erinnre dich! Keine Macht trennt uns außer Zeit und Raum.
An dem Tag, wann er auch kommen mag,
an dem du Abschied nimmst von mir.
Lass das Gestern weiterleben,
schließ es ein in dir!
Natürlich war von allem Anfang klar,
kein Glück kann leuchten ewiglich.
Aber wenn du dich allein fühlst,
Immer denk an mich!
Denk an uns're Zeit im Sonnenschein.
Am Himmel stand der Mond im Sternenschein

Denk an mich, sieh meine Zeichen.
Wenn du dich verirrst,
versuche mich schnell zu erreichen,
wenn du müde wirst.
Dann denk an mich, und quälen Sorgen dich,
dann träum dich heimlich her zu mir.
Und wo immer du auch sein magst,
such mein Bild in dir.

Raoul:
Täusch' ich mich? Kann das Christine sein?
Bravo!
Lange her! Es scheint so lange her.
Wie jung und scheu war'n ich und sie!
Möglich, dass sie mich vergaß,
doch ich vergaß sie nie.

Christine:
Was entsteht auf dieser Welt, vergeht,
und eines Tags auch du und ich.
Doch Gefühle sind unsterblich.
Bitte denk an mich!


ENGEL DER MUSE

Phantom:
Brava, brava, bravissima!

Meg:
Christine, Christine!

Phantom:
Christine!

Meg:
Bravo, Christine,
Das war phantastisch.
So muss Musik klingen.
Ach, ich wüsst gern,
was du geheimhälst:
Wer lehrt dich jetzt singen?

Christine:
Vater versprach einen Engel .
Einst kam im Traum er zu mir.
Ich fühl es jetzt, kann's nicht glauben,
er ist wirklich hier.
Er ruft mich lei bei meinem Namen.
Bleibt, bis er mich geh'n lässt.
Überall spür' ich seine Nähe.
Ihn, der sich nie seh'n lässt

Meg:
Du kommst mir vor wie ein Schatten.
Für mich bist du ganz weit fort.
Ich hör dich singen im Dunkeln
und versteh' kein Wort.

Christine:
Engel der Muse, führ und leit mich.
Dann wird mein Weg klar sein.

Meg:
Was für ein Engel?
Der...

Christine und Meg:
...Engel der Muse, mir nun zeig dich!
Lass diesen Traum wahr sein!
Auch jetzt ist er mir nah

Meg:
Die Hand ist kalt.

Christine:
Wie ein Schatten.

Meg:
Und dein Gesicht so bleich.

Christine:
Ich fürchte mich.

Meg:
Was erschreckt dich?


DER SPIEGEL

Phantom:
Impertinent, wie dieser Laffe
con deinem Ruhm zehr'n will.
Recht renitent, dass dieser Affe
mir den Triumph stör'n will.

Christine:
Engel, mein Geist ist wach, ich hör' dich.
Geh doch nicht fort! Führ mich!
Engel, mein Herz war schwach. Vergib mir.
Komm zu mir her. Spür mich.

Phantom:
Weil dein Vertrauen mir gut tut,
Sollst du die Wahrheut versteh'n.
Schau dein Gesicht an im Spiegel,
dann wirst du mich seh'n.

Christine:
Engel der Muse, führ und leit mich,
dann wird mein Weg klar sein.
Engel der Muse, mir nun zeig dich.
Lass diesen Traum wahr sein.

Phantom:
Ich bin dein Engel der Muse.
Komm zu mir, Engel der Muse.
Ich bin dein Engel der Muse.
Komm zu mir, Engel der Muse.

DAS PHANTOM DER OPER

Christine:
Er sang, sobald ich schlief, und kam mir nacht.
Mir schien, dass er mich rief und mit mir sprach.
Träum' ich denn immer noch? Ich fühl es hier.
Ganz nah ist das Phantom der Oper da.
Es lebt in mir.

Phantom:
Komm sing mit mir heut' Nacht
bei Kerzenschein.
Dann fängt dich meine Macht noch stärker ein.
Und wendest du den Blick auch ab von mir.
Ganz nah ist das Phantom der Oper da.
Es lebt in dir.

Christine:
Wer dein Gesicht je sah, der fürchtet dich.
Ich dien' als Maske dir,

Phantom:
doch hört man mich

Christine:
Dein Geist und mein Gesang,

Phantom (gleichzeitig):
Mein Geist und dein Gesang,

Christine und Phantom:
so wirken wir.
Ganz nah ist das Phantom der Oper da.

Christine:
Es lebt in mir.

Phantom (gleichzeitig):
Es lebt in dir.

Chor:
Ganz nah ist das Phantom der Oper.

Christine:
Ganz nah ist das Phantom der Oper. Aaaah...

Phantom:
Sing für mich
Sing, mein Engel der Muse.

Sing, mein Engel...
seing für mich...
Sing, mein Engel,
sing für mich.

DIE MUSIK DER NACHT

Phantom:
Wenn die Nacht kommt,
wird die Sehnsucht klarer.
Alle Träume sind im Dunkeln wahrer.
Frei von Ängsten steigen
Gefühle aus dem Schweigen.

Fühl den dunklen Schleier, der dich streichelt.
Fass ihn, spür ihn, wie er dich umschmeichelt.

Schütze dein Gesicht
vor dem grellen Tageslicht!
Denk an nichts mehr, was die Seele traurig macht!

Und höre nur noch die Musik der Nacht!
Schließ die Augen
und gib dich deiner Sehnsucht hin.
Flieh weit fort vor den Zweifeln und dem Tag.
Schließ die Augen
und schweb im Geist davon!
Und verlier dich in meiner Dimension.

Leise, innig wird Musik erklingen.
Hör sie, fühl sie. Lass sie dich durchdringen.
Lös dich von der Welt,
die dein Herz gefangen hält.
Widerstrebe nicht der unbekannten Macht,
der Dunkelheit und
der Musik der Nacht!

Geh auf Reisen in eine and're Wirklichkeit,
wo die Seele sich reinigt und befreit.
Lass dich treiben, lass alles hinter dir!
Denn erst dann wirst du ein Teil von mir.

Komm und spür den süßen Rausch des Schwebens!
Komm, berühr mich! Trink vom Quell des Lebens!
Ahnungsvoller Sinn, diese Nacht ist der Beginn.
Fühl, welch zärtliche Musik in mir erwacht!
Und such mit mir nach der Musik der Nacht!
Nur allein durch dich wird es vollbracht.
Mach aus meinem Lied Musik der Nacht!


DIE ERINN'RUNG KOMMT ZURÜCK

Christine:
Die Erinn'rung kommt zurück.
Nebelschwaden überm gläsernen See,
ringsum Kerzen in der Nacht
und auf dem See, da war ein Boot.
Und in dem Boot, da war ein Mann.

Wer ist der Mann mit der Maske?
Wer ist die Schattengestalt?

Phantom:
Weh dir, du kleine schlaue Pandora!
Do kleiner Dämon,
hast du jetzt die Wahrheit geseh'n?
Fluch dir! Du kleine falsche Delilah.
Du kleine Hexe,
jetzt las ich dich nie wieder geh'n!
Weh dir! Fluch dir!

Schlimmer als ein Abltraum,
wie erträgst du's, hinzuscheu'n?
Erfasst dich nicht ein Grau'n?
Vor mir dem Höllentier?
Fratzenhaft, doch sehnsuchtskrank.
Nach dem Himmel.

Sehnsuchtskrank, sehnsuchtskrank,
doch,Christine!
Angst macht blind.
Doch wenn die Liebe über sie gewinnt,
wirst du mein Los versteh'n,
den Mann im Monster seh'n.

Fratzenhaft, doch sehnsuchtskrank.
Nach der Schönheit.
Sehnsuchtskrank, sehnsuchtskrank. Oh, Christine.

Komm wir müssen zurück.
Die beiden Narren, die jetzt mein Theater führen,
vermissen dich sicher.


PRIMADONNA

André:
Ihr Publikum will Sie sehen.

Firmin:
Wir wollen Sie auch sehen, und wie!

Carlotta:
Woll'n Sie nicht eher Ihr braves
kleines Sing-Genie?

Firmin und André:
Signora, nein! Die Welt will Sie!
Primadonna, was wär'n wir ohne Sie!
Das Licht geht aus im Opernhaus,
wenn Sie schweigen.

André:
Denn hört man Sie,
geht die Welt auf die Knie,

Firmin:
und wir müssen uns verbeugen.

Firmin und André:
Primadonna,
Sie dürfen jetzt nicht geh'n.

André:
Man will Sie hör'n.

Firmin:
Die Menschen schwör'n auf's Theater.

Firmin und André und Piangi:
Treten Sie wieder
aus Szene und Chor
als Primadonna hervor!

Raoul:
Christine sprach von dem Engel...

Carlotta:
Primadonna, geh stolz ins Licht hinaus!

Firmin und André und Piangi:
Die Menge wartet.

Carlotta:
Kränkt man dich roh,
lass es die Oper nicht büßen!

Mme Giry:
Sie vernahm die Stimme des Engels.

Firmin und André und Piangi:
Wer sie singen hört,
hält sie für einen Engel.

Carlotta:
Nicht enden wollend der Applaus.

André:
Sie macht den Auftritt,

Firmin:
Wir machen Umsatzt.

Carlotta:
Ganz Paris liegt dir zu Füßen.

Firmin und André:
Divas kosten Geld und Kraft.

Carlotta:
Primadonna, unsterblich ist dein Ruhm.

Piangi (gleichzeitig):
Himmelsklang ihrer Stimme!

Carlotta:
Du bist begehrt,
du wirst verehrt und bewundert.

Raoul:
Weisung, Warnung, Wahnsinn überall.

Firmin und André:
Schrei'n, droh'n, Wahnsinn überall!
Am besten man gewöhnt sich dran.

Carlotta:
Heb, as die Erde an Anmut verlor,
als Primmadonna empor!

Firmin und André:
Sicher sind die Starallür'n ärgerlich.

Raoul:
Das zu tun,

Raoul und Meg und Mme Giry:
was er will, kann nicht nützen.

Firmin und André:
Ziemlich unwahrscheinlich
und ein wenig peinlich:
eine vom Ballett mit dem Mäzen im Bett.

Carlotta:
Verpönt, verwiesen,
nun ersehnt und hochgepriesen.

Firmin und André:
Diva arbeitslos,
den Grafen stört sie bloß,
weil er sein Herz verlor an eine aus dem Chor.
Wir weisen das zurück als Handlung für ein Stück.

Mme Giry:
Dies ist ein Spiel, in dem nur er gewinnt.

Firmin und André:
Doch spielte sie in Rom,
im fremden Idion,
mit Buffo und Sopran, dann käm' das sicher an.
Ein Stoff für eine Oper.

Mme Giry und Meg:
Doch liegt sein Fluch auf dieser Oper.
Droht uns großes Unheil und so fäängt es an.

Piangi, Chor, Firmin, André:
Primadonna,
die Operndirektion schlägt schuldbewusst
sich an die Brust und hofftt...

Frimin und André:
...sehnlichst,

Carlotta, Piangi, Chor, Firmin, André:
sie tritt umbraust von Musik und Encore
als Primadonna hervor.


WARUM SO WEIT HINAUF

Raoul:
Warum so weit hinauf?

Christine:
Nie mehr nach unten!

Raoul:
Sag mir, warum!

Christine:
Er jagt mich. Sein Aufe spürt mich auf.

Raoul:
Christine du darfst nicht...

Christine:
Er bringt mich um.

Raoul:
Was für Gedanken!

Christine:
Nun bringt er jeden um in seiner Wut.

Raoul:
Wach auf aus diesem Alptraum!

Christine:
Verletzt taucht das Phantom der Oper
jetzt die Welt in Blut.

Raoul:
Phantome sind Legenden. Sei sicher:
Es gibt doch kein Phantom der oper.

Christine:
Was für ein Mann ist er?

Raoul:
Was für ein Mann ist er?

Christine:
Zum Hass gebor'n?

Raoul:
Wer ängstigt dich?

Christine:
Er jagt mir hinterher.

Raoul:
Er ist es, dir dich ruft?

Christine:
Ich bin verlor'n.

Raoul:
Wann zeigt er sich?

Christine und Raoul:
Im Traum der Nacht allein ist sein Revier.
Ganz nah ist das Phantom der Oper da.
Es lebt in...

Christine:
...mir.

Raoul (gleichzeitig): ...dir.
Es gibt doch kein Phantom der Oper.

Christine:
Raoul, ich sah sie, seine Unterwelt ohne Licht,
sein geheimes Versteck im unendlichen Dunkel, Dunkel.
Raoul, ich sah ihm ins Gesicht und ich war entsetzt.
Es ist grausam entstellt und zerfetzt.
Auch sein Reich, seine Welt ist wie er, so verletzt
und so dunkel, dunkel.

Doch der Klang seiner Stimme war voll Zärtlichkeit,
so viel Wärme und Trost in jedem Ton!
Die Musik jener Nacht trug mich davon.
Und so bin ich der Wirklichkeit entfloh'n.

Raoul:
All das war nur ein Traum, nur Illusion.

Christine:
In seinem Blick lag das Leid der ganzen Welt.
Ein stummer Schrei, halb ein Flehen, halb ein Droh'n.

Raoul:
Christine, Christine.

Phantom:
Christine.

MEHR WILL ICH NICHT VON DIR

Raoul:
Nun bist du geborgen,
Die Nacht erreicht dich nicht,
Denn ich will dich bewahren
Vor Ängsten und Gefahren.
Folg mir in den Morgen,
Ich geh mit dir ins Licht
Und ich will für dich da sein,
Für alle Zeit dir nah sein.

Christine:
Lehr mich wieder ohne Angst zu leben,
Sei mein Retter aus der Einsamkeit.
Gib mir Wärme, um mir Mut zu geben
Und versprich, dass ich dich nie verlier'
Mehr will ich nicht von dir

Raoul:
Lass was war vorbei sein,
Schenk mir dein Vertrauen,
Dann wir niemand dich finden,
Die Träume werden schwinden.

Christine:
Lass mich wieder frei sein,
Beschütz mich vor dem Grauen,
Nur du kannst mich bewahren
Vor Ängsten und Gefahren.

Raoul:
Ich will dir helfen ohne Angst zu leben,
Ich führ dich aus deiner Einsamkeit.
Meine Liebe wird dir Wärme geben.
Geh von heut an jeden Weg mit mir.
Christine, mehr will ich nicht von dir

Christine:
Gib mir Liebe, um mir Kraft zu geben.
Wenn es dunkel wird, bleib hier bei mir.

Gib mir Liebe, teil mein ganzes Leben!
Bleib für immer -

Raoul:
- Ich bleib bei dir!

Christine:
Lieb mich, mehr will ich nicht von dir

Beide:
Geh von heut an jeden Weg mit mir
Lieb mich, mehr will ich nicht von dir

MEHR WILL ICH NICHT VON DIR (Reprise)

Phantom:
Ich war dir ein Engel,
gab deiner Stimme Klang.
Doch du hast deinen Paten
verleugnet und verraten.
Was ihn zwingt zu lieben,
ist nur dein Gesang.
Christine!

Christine und Raoul:
Teil mit mir
von nun an jede Stunde!
Geh von nun an keinen Schritt allein!
Deine Zärtlichkeit heilt jede Wunde.

Phantom:
Du hast Unglück über uns gebracht.
Reiz niemals das Phantom der Nacht.


MASKENBALL

Firmin:
Monsieur André!

André:
Monsieur Firmin. ...

Firmin:
Mein André, unser Fest ist prachtvoll.

André:
Der Auftakt für ein gutes Jahr.

Firmin:
Wirklich hübsch arrangiert.

André:
Nun, man inszeniert.

André und Firmin:
Alles klar:

André:
Ein Schlag für uns're Neider.

Firmin:
Aber leider:
Das Phantom fehlt ganz und gar.

Chor:
Maskenball! Kunterbunter Mummenschanz.
Maskenball! Niemand ist der, für den ihn alle halten.
Maskenball! Phantasie im stummen Tanz.
Maskenball! Sieh dich um: Überall steh'n Spukgestalten.

Frauenchor und einzelne:
Plisch und Plum,
Fisch und Faun,
Maus und Katz,
Graus und Grau'n,
grelles Rot,
helles Braun,
krummer Tod,
dummer Clown:

Chor:
Masken,

Frauenchor:
aufgesetzt,

Männerchor:
aufgestellt,

Chor:
auf dem Jahrmarkt der Welt.

Männerchor:
Sie haben kein Gesicht.

Frauenchor und einzelne:
Hahn und Huhn,
Schwan und Schwein,
Pfau und Pferd,
Schau und Schein,
feiler Mund,
geiler Pfaff',
irrer Hund,
wirrer Aff':
Masken, schau hinein, schau heraus,
und tauch ganz...

Frauen-Gegenchor:
...in den Klang,

Frauenchor:
...in den Clanz!

Eine Frau und ein Mann:
Wer wer ist, weiß man nicht.

Chor:
Maskenball! Grelle Schminke, heller Wahn.
Maskenball! Wolkenbau überm Abrung trüber Zeiten.
Maskenball! Platte Worte, glatte Bahn.
Maskenball! Bleib und in das Meer
der Nichtigkeiten!
Maskenball! Wahre Lügen, klarer Dunst.
Maskenball! Ungerügt Freund und Feind
ein wenig necken.
Maskenball! loser Unsinn, große Kunst.
Maskenball! Unbesiegt von den Fratzen,
die uns schrecken.

Carlotta:
Welch ein Fest!

Piangi:
Ein Genuss!

André:
Ein Erfolg!

Firmin:
Und ein Muss für die Crème de la Crème.

Carlotta:
Und ein Star außerdem.

Meg:
Und uns're Ängste sind vorbei.

André:
Endlich!

Piangi:
Ungestört.

Carlotta:
Unbedroht.

André:
Eine friedliche Zeit!

Firmin:
Wir atmen frei.

Carlotta:
Ohne Brief.

Piangi:
Ohne Bann.

Mme Giry:
Dann zum Wohl!

André:
Drum stoßt an! Es gibt Grund, sich zu freu'n...

Firmin:
...auf die Freunde, die neu'n.

Carlotta und Piangi:
Und dieser Glanz...

Firmin:
Endlich!

Carlotta und Piangi:
...überall.

Meg:
Auf das Glück.

Mme Giry:
Auf den Tanz!

André und Firmin:
Auf die Sorglosigkeit!

Mme Giry:
Auf uns'rem Maskenball!

Christine:
Denk' daran,
Eine geheime Verlobung...
sieh nur... deine zukünftige Braut.
Stell dir vor.

Raoul:
Aber wieso nur heimlich? ...
Was haben wir zu verbergen?
Du hast mir dein Wort gegeben.

Christine:
Nicht, Raoul, man sieht auf uns.

Raoul:
Dann lass sie es sehen.
Es ist eine Verlobung... kein Verbrechen.
Christine, was mcht dich so ängstlich.

Christine:
Wozu streiten?

Raoul:
Wozu streiten?

Christine:
Gib mir Halt!

Raoul:
Hoffentlich kann ich das...

Christine:
Du wirst...

Christine und Raoul:
...alles bald versteh'n.

Chor:
Maskenball! Kunterbunter Mummenschanz.
Maskenball! Niemand ist der, für den ihn alle halten.
Maskenball! Phantasie im stummen Tanz.
Maskenball! Sieh dich um: Überall steh'n Spukgestalten.
Maskenball! Wahre Lügen, klarer Dunst.
Maskenball! Ungerügt Freund und Feind
ein wenig necken.
Maskenball! loser Unsinn, große Kunst.
Maskenball! Unbesiegt von den Fratzen,
die uns schrecken.


KÖNNTEST DU DOCH WIEDER BEI MIR SEIN

Christine:
Du allein warst mein Beschützer,
Inhalt meines Lebens.

Du warst mir ein Freund und Vater.
Jetzt ruf' ich vergebens.
Könntest du doch wieder bei mir sein!
Seit du fort bist, leb ich kaum.
Oft schein es mir, ich wär' bei dir.
Doch es war nur im Traum.

Deiner Stimme Klang fehlt mir so sehr.
Früher warst du doch so nah.
Träumen allein hilft mir nicht zu sein,
wie mich dein Ehrgeiz sah.

Krauze, Moos und Friedhofsengel,
steinern, stumm und schmerzlich.
Wie bist du hierher geraten?
Du warst weich und herzlich.

Wie land mass ich weinen um dich?
Kann ich mich nie befrei'n?
Könntest du doch wieder bei mir sein,
mich versteh'n und mich befrei'n!
Nimm was zerrann und gib mir dann
Kraft, um allein zu sein!

Keine Tränen mehr, keine Bitterkeit,
keine Trauer um längst verlor'ne Zeit!
Hilf mir, stark zu sein! Hilf mir, stark zu sein!


NUN GIBT ES KEIN ZURÜCK

Phantom (als Don Juan):
Passarino, fort mit dir!
Denn das Netz ist gespannt, meine Beute ist hier.
Du kamt zu mir.
Endlich folgst du dem Wunsch in dir.

Jenem Drang, der dich führt,
denn er will nicht mehr schweigen, schweigen.

Ja, ich rief dich,
dass die Glut in dir Flamme wird.

In dir weicht jeder Zweifel von selbst; denn du
kommst und du lieferst dich aus, ganz von selbst.

Und nun ist die Stund ehier.
Endlich konntest du dich entscheiden, entscheiden.

Nein, jetzt gibt es kein Zurück.
Durchbrich die Schranken,
und lass die Welt der zweifel hinter dir.
Löse dich mit einem Schritt
von den Gedanken!

Verlass die graue Welt und träum mit mir!
Gemeinsam spült uns fort die Flut.
Kein Eisberg kühlt die heiße Glut.
Wie Lava fühltt sich dann das Blut an.

Nein, jetzt gibt es kein Zurück.
Vergiss die Fragen!

Nach vorne ist gerichtet unser Blick.
Von nun an gibt es kein Zurück.

Christine:
Durch sein Rufen
nahmst du unsichtbar meine Hand.

Diese Stimme drang deutlich zu mir
durch das Schweigen, Schweigen.

Ja, nun komm' ich.
Endlich schwindet mein Widerstand.

Meine Arme verlangen nach deinen.
Ich will meinen Körper mit deinem vereinen.
Nun ist die Stunde hier.
Nimm mich zu dir. Ja hier steh' ich,
ergeb' mich.

Nein, jetzt gibt es kein Zurück.
Durchbrich die Schranken.
Ich frag' nicht mehr nach Böse oder Gut.
Nun zählt nur der Augenblick
nicht die Gedanken.
ich leb' erst, wenn mein Ich in deinem ruht.

Wann reißt die Flut die Mauern ein?
Wann wird die Glut zum Flammenmeer?
Wann wird das Feuer uns verzehren?

Phantom und Christine:
Nein, jetzt gibt es kein Zurück.
Zerstör die Brücken!
Lass alles hinter dir und nimm mich mit!
Von jetzt an gibt es kein Zurück.

Phantom:
Gib mit Liebe und die Kraft zu leben!
Rette mich vor meiner Einsamkeit!
Gib mir Liebe, teil mit mir dein Leben!
Geh von heut an jeden Weg mit mir!
Christine, mehr will ich nicht von...

Carlotta:
Oh mein Gott!...
Piangi, mein Geliebter!
Mi amore.

André:
Oh mein Gott.

Firmin:
Wir sind ruiniert, André...Ruiniert...

Raoul:
Wo hat er sie hingebracht?

Mme Giry:
Folgen Sie mir, Monsieur.
Ich birnge Sie zu ihm.
Aber denken Sie daran,
die Hand muß in Augenhöhe bleiben.

Meg:
Ich komme mit. ...Nein.

Mme Giry:
Nein, Meg...
nein, du bleibst da.
Folgen Sie mir, Monsieur,
tun Sie, was ich sage.

Mehrere Frauen (durcheinander):
Hier entlang.
Vielleicht kommen wir da raus.
Wir müssen da runter.


SPÜRT DIESEN MÖRDER AUF

Phantom:
Nur hinab, wie so oft
in mein Verlies der Nacht,
wo Verzweiflung mich eingekerkert hält!
Tief hinab, in die Hölle meiner Pein!

Wa, glaubst du, hat mich her verbannt,
wo kein Trost ist und kein Tag,
keine Sünde, keine Schuld,
nur die grauenvolle Fratze, die ich trag'?

Chor:
Spürt diese Mörder auf! Er darf nicht flieh'n.
Spürt diese Mörder auf! Er darf nicht flieh'n.

Phantom:
Jeder hetzt mich wie ein Tier.
Jeder lässt nur Abscheu seh'n.
Niemand spricht als Mensch zu mir.
Niemand will mein Leid versteh'n.
Christine! Warum? Warum?

Mme Giry:
Die Hand muss in Augenhöhe sein.

Raoul:
In Augenhöhe sein.

Chor 1:
Die Hand muss in Augenhöhe sein.

Chor 2:
Die Hand muss in Augenhöhe sein.

Christine:
Ist dein Durst gestillt?
Schweigt nun deine Gier nach Blut?
Und stillst du nun an mir deine Gier nach Fleisch?

Phantom:
Das selbe Geschick, das mich morden gelehrt,
hat mir auch die Freuden des Fleisches verwehrt.
Die Pest dieser Fratze zersört unser Glück.

Verflucht, versteckt, der eig'nen Mutter Klage.
Schon sie gab mir die Maske, die ich trage.
Mitleid hilft mir nicht.

Schau dem Schicksal ins Gesicht!

Sag, erträgst du diesen Mann?
Sieh mich doch an!

Christine:
Ich fürcht' mich nicht
vor dem nackten Spukgesicht.
Mich schreckt der Hass,
der aus deiner Seele spricht.

Phantom:
Wart! Ich glaub, mein Schatz,
da kommt ein Gast! Welch...

Christine:
Raoul!

Phantom:
...hoher Besuch!
Besser kann es gar nicht sein.
Ich hab' so gehofft, Sie kämen her.
Mein Wunsch hat sich erfüllt.
Also treten Sie herein!

Raoul:
Lass sie! Gib ihr die Freiheit!
Entlass sie! Lass sie nicht leiden!

Phantom:
Wozu sich dein Geliebter versteigt!

Christine:
Raoul, es ist sinnlos.

Raoul:
Ich lieb' sie. Sagt dir das gar nichts?
Ich lieb' sie. Hast du kein Mitleid?

Phantom:
Auch mir hat niemand Mitleid gezeigt.

Raoul:
Christine, Christine! Lass mich zu ihr!

Phantom:
Nur herein, hier!
Monsieur, Sie sind willkommen.
Ihre Liebste wer' ich schonen.
Ich lass' sie ganz in Ruh;
denn der Sünder bist du.

Komm mit schnellen Pferden her!

Achtung, die Hand muss in Augenhöhe sein.
Dich retter gar nichts mehr,
vielleicht nur noch Christine.

Bleib bei mir, leb mit mir!
Deine Liebe kauft ihn frei.

Verschmähst du micht, dann heißt es,
dass dein Liebster stirbt.
Dies ist die Wahl.
Darum gibt es jetzt kein Zurück.

Christine:
Ich hatte Mitgefühl, es ist verblasst.
Mein Herz weint nun, weil es dich hasst.

Raoul:
Christine, vergib mir und verzeih mir!
Glaub mir, ich will doch nur, dass du verschont wirst.

Christine:
Adieu, gefall'ner Engel, falscher Freund;
denn Stück für Stück zerfällt mein Kinderglaube.

Phantom:
Zu spät, zurückzugeh'n. Zu spät
zu weinen und zu wimmern.

Raoul:
Sag, du liebst ihn und ich leb' als Toter.

Phantom:
Nun gibt die Hoffnung auf!
Dir bleibt kein Ausweg.
Was immer du auch tust:
Du schadest dir.

Raoul und Phantom (gleichzeitig):
Denn auch was du tust: Es schadet dir.

Phatom:
Wenn du nicht schwörst, mir treu zu sein,
heißt das, dass er zur Hölle fährt.

Raoul:
Was kann ein solcher Schwur dir wert sein?

Phantom:
Nein, jetzt gibt es kein Zurück.

Christine:
Engel der Muse...

Raoul:
Ich fleh' dich an, Christine, sag nein!

Christine:
Was verlangst du?

Phantom:
Durchbrich die Schranken,

Raoul:
Wirf dein Leben nicht fort! Befrei dich!

Phantom:
Sein Schicksal hängt an dir.
Nun mach dein Glück!

Christine:
Komm zu Vernunft, Engel!

Raoul:
Ich sterb', und du wirst leben.

Phantom:
Jetzt gibt es kein Zurück.

Christine;
Engel der Muse,
es zerreißt mich.

Ich habe dir blindlings vertraut.

Phantom:
Du stapazierst meine Geduld. ...
Du musst dich entscheiden.

Christine:
Finsteres, hilfloses Wesen,
was für ein Leben führst du?

Glaub mir, du bist nicht alleine.
Das lass' ich nicht zu.

Mob A:
Spürt diesen Mörder auf! Er darf nicht flieh'n.

Phantom:
nimm sie, vergesst mich und alles, was war!

Mob B:
Erschlagt das Untier, das mordende Vieh!

Mob A:
Lasst diese Bestie nicht straflos zieh'n!

Phantom:
Lasst mich allein! Vergesst, was geschah!
Geht jetzt, eh sie euch finden!

Mob B:
Rache für Piangi! Rache für Buquet!

Phantom:
Nehmt das Boot, und erzählt keinem von mir,

Mob A:
Er hat und lange genarrt. Nun sind wir schlau.

Phantom:
... vom Engel der Nacht und seinem Revier!

MobB:
Der Unhold darf uns nicht entgeh'n.

Mob A:
Ganz nah...

Mob B:
Ganz nah...

Mob A und B:
...ist das Phatom der Oper
hier im Unterbau.

Phantom:
Geht fort ... lasst mich allein hier. ...
Maskenball. Kunterbunter Mummenschanz.
Maskenball! Niemand ist der, für den ihn and're halten.

Christine, ich lieb' dich.

Christine:
Teil mit mir von nun an jede Stunde!

Raoul:
Geh von nun an keinen Schritt allein!

Christine:
Dein Zärtlichkeit heilt jede Wunde.

Phantom:
Du hast Licht in meine Welt gebracht.
So stirbt mein Lied und die Musik der Nacht.


DEIN WEG IST EINSAM

Carlotta:
Kind aus der Dunkelheit,
treibend durch Raum und zeit,
dein Weg ist einsam.
Lern, im Dunkel ihn zu finden!

Wer schweigt und spricht mir dir,
wer teilt sein Licht mit dir?

Dein Weg ist einsam.
Lern, an dich allein zu glauben.

Von der Hand, die deine berührt,
darfst du niemals träumen.
Dein Herz bleibt dein.
Es schlägt für sich allein.

Drum tanz mit der Einsamkeit,
Kind aus der Dunkelheit!
Dein Weg ist einsam.

Lerne dabei,
gerne allein zu sein!
Dein Weg ist einsam.
Lieb diesen Weg!
leb diesen Weg allein.